Jeff-Sache

Von Jeff Bezos, dem Gründer und demnächst scheidenden CEO von Amazon, erzählt man, dass er beim Test des künstlich intelligenten Sprachassistenten Alexa bevorzugt im Internet kursierende Parodien auf den damaligen US-Präsidenten Donald Trump abgefragt habe. Die gegenseitige persönliche Abneigung ist legendär – beide dürften Entscheidungen wohl auch unter Berücksichtigung dieser Animositäten getroffen haben. Zum Beispiel, als Jeff Bezos die Washington Post übernahm, um ein bekanntes Sprachrohr der Anti-Trumpisten unter seine Fittiche zu nehmen. Und der Verdacht, der US-Präsident könnte das Verteidigungsministerium angewiesen haben, den Mega-Deal um die Joint Enterprise Defense Infrastructure – kurz: JEDI – zu Ungunsten von Amazon zu entscheiden, beschäftigt heute noch die Gerichte – und den Kontrahenten Microsoft.

Jeff Bezos kann nicht verlieren – das hat Amazon erfolgreich gemacht und innerhalb eines Vierteljahrhunderts von einem Gebrauchtbuchhändler zum weltweit horizontal wie vertikal Prozesse integrierenden Internet- und Logistik-Konzern wachsen lassen. Lange Zeit war auch Amazon Web Services die unangefochtene Nummer Eins im Cloud-Business – bis Satya Nadella mit der Amtsübernahme des Chefpostens bei Microsoft auch die Neuausrichtung des Konzerns von einem Windows-Lieferanten zu einem Azure-Spezialisten einleitete. Seitdem nagt Microsoft Quartal um Quartal an der Vormachtstellung von Amazon im Cloud-Business. Und der JEDI-Deal mit dem Pentagon hätte die Machtverhältnisse beim Cloud Service Providing nachhaltig verändert.

Das gilt es aus Sicht von Amazon unbedingt zu verhindern. Und dies ist Jeff Bezos gelungen: Inzwischen denkt das Pentagon darüber nach, das Projekt zu canceln und neu auszuschreiben, weil die anhängenden Prozesse um die JEDI-Vergabe noch über Monate und Jahre andauern könnten. „Wenn du nicht gewinnen kannst, sieh zu, dass du wenigstens nicht verlierst“ – nach diesem Grundsatz hat Jeff Bezos Hundertschaften von Rechtsanwälten auf den Fall angesetzt. Und Microsoft muss hilflos zuschauen, wie ein schon sicher geglaubtes Mega-Projekt in den Startlöchern steckenbleibt. Man sei in der Lage, alle Anforderungen des Projekts zu erfüllen, heißt es nur lapidar aus Redmond. Übrigens beide sind Nachbarn: Redmond und Seattle – wo Microsoft, respektive Amazon ihren jeweiligen Hauptsitz haben, liegen Tür an Tür im US-Staat Washington.

Das alles kann sich endlos hinziehen und muss nicht einmal nur auf das JEDI-Projekt beschränkt bleiben. In praktisch jeder Branche vollzieht sich derzeit der Wechsel auf eine Plattform-Ökonomie, in der ein Branchen-Primus seine Position dadurch auszubauen versucht, dass alle Services rund um die Branchenspezifika auf einer Plattform zusammengefasst werden. Das gilt für WalMart im Retail-Sektor, für mehrere Anbieter im Versicherungsmarkt und für die großen Prozessintegratoren im Bereich der Fabrikautomation. Es gilt für nationale Initiativen im Gesundheitssektor und bei dem Versuch, die Dienstleistungen der öffentlichen Hand zu entbürokratisieren und agiler zu gestalten. Und überall ist der Partner entweder Amazon oder Microsoft.

Jetzt versucht Boeing, für eine Milliarde Dollar diese Plattform-Ökonomie im eigenen Umfeld zu verwirklichen. Und wieder stehen Microsoft und Amazon Kopf an Kopf gegeneinander. Immer geht es um Milliarden und um die Vormachtstellung im vielleicht wichtigsten Wachstumsmarkt der Weltwirtschaft, dem Cloud Computing. Auch das Cloud-Projekt, mit dem der amerikanische Telekommunikationsriese AT&T seine Infrastruktur aus 5G, künstlicher Intelligenz und Cloud-Services ausstatten will, ging an Microsoft. Das Projekt auf der Basis der Cloud-Plattform Azure soll innerhalb von fünf Jahren umgesetzt werden und insgesamt zwei Milliarden Dollar schwer sein. Wieder ging Jeff Bezos mit AWS leer aus.

Dabei hat Amazon einen wichtigen Trumpf in der Hand: die Entwickler von Cloud-Anwendungen sind überwiegend glühende Anhänger der Amazon Web Services. Und auch unter den Startups wird AWS mehrheitlich präferiert, wenn es um die Entwicklung disruptiver Anwendungen in der Digitalwirtschaft geht. Doch was nützt das Geschäft von morgen, wenn die Riesen von heute zu Azure schwenken. Und mit Microsofts Open Source-Initiative wird auch die Bastion der Newcomer und Developer angegriffen. Deshalb war Microsoft die Übernahme der Entwickler-Plattform GitHub mehrere Milliarden Dollar wert.

Wie sehr zwischen Microsoft und Amazon mit harten Bandagen gekämpft wird, zeigt die aktuelle Entwicklung um das SAP-Projekt Embrace. Die Deutschen hatten mit Microsoft ein Partnerschaftsmodell entwickelt, das auf zwei Säulen ruht: erstens der erleichterte Migrationspfad von SAP 4/Hana in die Azure-Cloud und zweitens der gegenseitige Lösungsvertrieb. Die zweite Säule wird jetzt stillschweigend zurückgenommen, weil die Kunden eine Multi-Cloud-Strategie verfolgen wollen, in der sie je nach Anforderungsprofil mal auf Azure, mal auf AWS, mal auf Cloud-Services von Google, IBM oder SAP zurückgreifen wollen.

Es würde nicht verwundern, wenn Jeff Bezos auch hier in den letzten Wochen seiner Amtszeit noch einmal persönlich Druck ausgeübt hätte. Für ihn ist die Frage, wer im Cloud-Business die unangefochtene Nummer Eins ist und bleibt, eindeutig Jeff-Sache.

Die Digital-Strategien-Gecancelt-Verordnung

Hätten wir vor einem Jahr die Entwicklung eines Corona-Impfstoffes der Europäischen Union übertragen, wären wir jetzt wahrscheinlich bei dem Punkt angelangt, wo sich EU-Kommission und EU-Parlament darüber streiten, wer das letzte Wort zum Gesetzesentwurf für ein gemeinsames Entwicklungsprojekt der 27 Mitgliedsländer haben soll – und im Hinterzimmer würde das Personalgeschacher toben, wer diesem Prestige-Projekt vorsitzen darf. Gottseidank haben wir aber noch die freie Wirtschaft und Unternehmer wie die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin, die ihre Mitarbeiter von jetzt auf gleich auf das neue Ziel einschworen und dann – seltene Tugend – auch noch ein rettendes Ergebnis ablieferten.

Nun: zumindest das lähmend-langsam vorankriechende EU-Projekt um die europäische Daten-Cloud-Gaia X – das in seinen Dimensionen auch nicht komplexer ist als die Entwicklung eines Impfstoffs auf der Basis von Messenger-RNA – bekräftigt dieses Urteil. Und auch die Definition eines EU-weit gültigen digitalen Impf-Ausweises kann eigentlich nicht so kompliziert sein wie ein hochinnovatives Pharmaprojekt. Und doch ist der Impfstoff lange vor dem Impf-Ausweis auf der Zielgeraden angekommen. Er wird produziert und verimpft, während der Impf-Ausweis lediglich als Konzept vorliegt, als Gesetzesvorlage. Vor seiner Einführung stehen aber noch immer etliche Hürden.

Da ist allen voran die Frage, wie die Millionen Einträge in den analogen Impf-Ausweisen nun ins Digitale überführt werden sollen. Und auch da wiehert der Amtsschimmel bereits laut: Denn während schon absehbar war, dass der digitale Impfpass kommen würde, wurden munter analoge Impfpässe ausgestellt und die personenbezogenen Daten auf Formularen in Papierform erhoben. Dass jetzt die Ärztevertretungen aufschreien, weil sie nicht noch mit der immensen Aufgabe betraut werden wollen, die analogen Daten zu erfassen, kann nicht verwundern. Und tatsächlich haben Arztpraxen auch wichtigere Pflichten als Verwaltungsaufgaben. Doch auch in der öffentlichen Verwaltung sieht man sich mit dieser eigentlich ureigenen Aufgabe überfordert.

Dass die personenbezogenen Daten nicht in digitaler Form, sondern höchstens verschlüsselt und anonymisiert vorliegen, liegt an der digitalen Fußfessel namens DSGVO, der EU-weit geltenden Datenschutz-Grundverordnung, die so manches Digitalprojekt verhindert oder zumindest behindert. Insofern ist es interessant, dass jetzt der bayerische Datenschutzbeauftragte Thomas Petri gegenüber der Augsburger Allgemeinen einen Weg aus dem Dilemma weist, indem die DSGVO-konformen Datenschutzbestimmungen im Infektionsschutzgesetz geändert und auf Länderebene angepasst werden sollten: „In einem neuen Absatz 5 soll eine datenschutzrechtliche Grundlage für die Verarbeitung der für die Generierung des Covid-19-Impfzertifikats erforderlichen personenbezogenen Daten durch das Robert Koch-Institut und für die Übermittlung dieser Daten an das RKI geschaffen werden.“ Damit könnten die ursprünglich auf Landeseben für Notfälle wie Haftungsfragen gespeicherten Impfdaten entschlüsselt und zusammengeführt werden.

Wir machen also eine Gesetzesnovelle zur Umgehung der DSGVO – genialer Gedanke! Nur haben Unternehmen und privatrechtliche Organisation leider nicht die Möglichkeit, zur Durchsetzung ihrer Digitalprojekte einfach ein Gesetz zu novellieren. Sie müssen der DSGVO – der Digital-Strategien-Gecancelt-Verordnung – folgen und deren komplizierte Umsetzung teuer bezahlen, sonst drohen hohe Strafen. Oder – und das ist leider immer häufiger der Fall – sie streichen die digitalen Initiativen gleich ganz, weil die Auslegung der DSGVO allein in Deutschland von 18 Aufsichtsbehörden von Fall zu Fall unterschiedlich angegangen wird. Deshalb bindet die Umsetzung von Digitalprojekten unverhältnismäßig viele Ressourcen und birgt immer die Gefahr, dass am Ende doch existenzgefährdende Strafen drohen.

„Das hat Auswirkungen, die weit über das einzelne Unternehmen hinausgehen und auch Bestrebungen nach mehr Digitaler Souveränität behindern“, bilanziert der Präsident des Hightech-Verbands Bitkom, Achim Berg, nach drei Jahren DSGVO. „Insbesondere in der Corona-Pandemie konnte in der öffentlichen Verwaltung, in Schulen, im Gesundheitswesen und in Unternehmen beobachtet werden, wie der Datenschutz den sinnvollen Einsatz von Technologien gehemmt oder ganz verhindert hat. Hinzu kommt, dass die Unternehmen feststellen mussten, dass der hohe Umsetzungsaufwand bei der Einführung der DSGVO nicht einmalig war, sondern bei der Einführung jeder digitalen Lösung erneut entsteht.“

Berg fordert, dass viel stärker als bisher Umsetzungshilfen bereitgestellt werden, die von Projekt zu Projekt dupliziert werden können und bundesweit, wenn nicht EU-weit einheitlich gelten. „Es reicht nicht, Verbote und Strafen auszusprechen, sondern es muss auch gezeigt werden, wie die Vorgaben rechtskonform so umgesetzt werden können, dass auch deutsche Unternehmen und Organisationen die Möglichkeiten datengetriebener Plattformen umfassend nutzen und ihre Kunden international betreuen können“, sagt Berg. Die Politik ist gefordert, sonst bleibt die DSGVO eine digitale Fußfessel für die digitale Transformation – eben eine Digital-Strategien-Gecancelt-Verordnung.

PS: Die Bremer Datenschutzbeauftragte Imke Sommer hat jetzt argumentiert, dass das Fax, über das viele Gesundheitsämter mit dem RKI kommunizieren, nicht DSGVO-konform ist. Ein Telefax erreiche seinen Empfänger in vielen Fällen über eine unverschlüsselte Internet-Leitung. Es ist damit nicht sicherer als beispielsweise eine Postkarte. Man schlägt sich auf die Schenkel vor Lachen…

Konzerne wie Staaten

Als der Rubel nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in Estland nicht mehr rollen wollte, musste sich der Baltikumstaat, der mit 1,3 Millionen Einwohnern ungefähr so bevölkerungsreich ist wie Köln, völlig neu erfinden. Weil es praktisch kein Bankensystem mehr gab, wurden Computerüberweisungen das Mittel der Wahl. Der damalige Bildungsminister Jaak Aviksoo setzte es in einem Land durch, in dem bis zur Unabhängigkeit gerade einmal jeder zweite Haushalt über ein eigenes Telefon verfügte, dass alle Schulen vernetzt werden und alle Haushalte ein Recht auf einen Internet-Anschluss haben. Gleichzeitig wurden die Dienstleistungen der Öffentlichen Hand digitalisiert (und entschlackt), so dass heute 99 Prozent aller Behördengänge online erfolgen können.

„Tiigerihüpe“, zu Deutsch Tigersprung, nannten das die Esten. 2005 fand die erste Kommunalwahl mit der Möglichkeit statt, online zu wählen; inzwischen gilt das auch für die Wahlen ins Nationalparlament. Und die Gründung einer Firma erfolgt – natürlich online – in weniger als einer halben Stunde. Kein Wunder, dass Estland eines der Startup-Epizentren Europas ist. „Anders als Supertanker kann das Kajak Estland auf dem Punkt wenden“, sagte einst Lennart Meri, bis 2001 Ministerpräsident von Estland. Und die estnische Präsidentin Kersti Kaljulaid gab 2019 mit Blick auf die Digitalisierung in Deutschland dem Spiegel zu Protokoll: „Wir reden über einen Abstand von 20 Jahren. Wir hätten nicht gedacht, dass große Volkswirtschaften es sich erlauben können, bei der Digitalisierung so weit zurückzufallen.“

Auch wenn in diesem Zitat ein wenig der erhobene Mittelfinger des ehemaligen Underdogs zu hören ist – die Esten führen ihr Land wie ein Unternehmen. Das funktioniert – so mag man einwenden – in einem Land überschaubarer Größe mit vergleichsweise geringer Einwohnerzahl. Aber ein Staatsgebilde wie die Bundesrepublik funktioniert nach anderen Regeln. Aber tut sie das? Es ist faszinierend, dass umgekehrt immer mehr global operierende Konzerne, die über mehr Mitarbeiter verfügen als Estland Einwohner hat und zugleich rund um den Globus operieren, sich inzwischen verhalten, als würden sie den staatlichen Aufgaben der Fürsorge, Vorsorge, Nachhaltigkeit und dem Schutz der Bürger mit der gleichen Corporate Governance nachkommen, wie den Interessen ihrer Aktionäre.

Microsoft zum Beispiel hat auf dem Höhepunkt der ersten Pandemie-Welle nicht nur die eigenen Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt, sondern gleich die ganze Bay-Area rund um Seattle in die Lage versetzt, im Lockdown von zuhause zu arbeiten. Das Unternehmen hat massiv gespendet, um das öffentliche Leben am Puget-Sound aufrecht zu erhalten und Initiativen im Gesundheits- und Bildungswesen unterstützt. Inzwischen gibt es eine Online-Plattform, über die das Wohlbefinden der Mitarbeiter getrackt werden könnte, wenn die Betroffenen dieser „fürsorglichen Umarmung“ zustimmen.

Während Deutschland in einem heroischen Akt, durch Kurzarbeitergelder zwei Millionen Arbeitsplätze abgesichert hat (und das sogar bei Unternehmen, die daraufhin eine dicke Dividende an ihre Aktionäre auszahlen konnten), hat Amazon 75.000 Arbeitsplätze geschaffen. Während in Deutschland darüber diskutiert wird, das Minimalqualifizierte kaum noch Beschäftigung finden werden, gibt Amazon – bei aller zum Teil berechtigten Kritik an den dortigen Arbeitsbedingungen – gerade Angelernten und Ungelernten am oberen Ende der Mindestlohnregelung Arbeit.

Google, respektive deren Mutter Alphabet, würde als Renditekönig an der Börse gelten, würde der Konzern nicht mehr in Forschung und Entwicklung investieren als manche Staaten in ihren Verteidigungshaushalt. Die Umsätze dieser Internetkonzerne überragen inzwischen das Bruttoinlandsprodukt von sogenannten Schwellenländern. Und deren Gewinnprognosen haben eine ähnliche Bedeutung wie die Steuerschätzungen der führenden Volkswirtschaften.

Sie operieren als vertikal integrierte Unternehmen, die nicht nur ganze Lebensströme von der Quelle bis zur Mündung organisieren und dominieren. Amazon zum Beispiel beherrscht inzwischen den gesamten Mediaprozess von der Bucherstellung über Kindle bis zum Vertrieb gebrauchter Lektüre, von der Serienproduktion bis zu Streamingdiensten. Mit seiner Cloud Plattform AWS unterstützt Amazon nicht nur Startups bei der Entwicklung ihrer Digitalprodukte, sondern profitiert auch gleich von deren Wachstum. Das ganze funktioniert wie klassische Wirtschaftsförderung – nur erfolgreicher.

Amazonien, Googlestan, Microsoftanien sind die Industrienationen der Moderne. Dagegen sind die deutschen Pendants – wie SAPLand, Siemensurinam oder die Volksrepublik Wagen – nur Kleinstaaten. Und Staaten zahlen auch keine Steuern an Dritte: Im Selbstverständnis von Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg gibt es keine Verantwortung mehr gegenüber Staatengebilden – sie sind nur noch ihrer Community, ihren Einwohnern gegenüber verantwortlich.

Konzerne wie Staaten – und erfolgreiche Staaten, die wie Konzerne handeln. Das ist womöglich schon jetzt die am weitesten greifende Entwicklung der zwanziger Jahre im einundzwanzigsten Jahrhundert. Schon jetzt sind auch die Commitments dieser Unternehmen bezüglich Klimaneutralität oder sogar negativer CO2-Bilanz anspruchsvoller als die mancher Nationalstaaten. Wir müssen uns dabei eines fragen: wie können wir diese Staaten-Konzerne unter Kontrolle halten? Oder entgleiten sie der Weltgemeinschaft, wie das bei so manchem oligarchischen oder autokratischen Staat heute schon der Fall ist. Oder die Staaten folgen dem Beispiel Estlands und entwickeln sich wie Konzerne – schneller, schlanker, agiler.

Bonns BonBons – frisch gepickt

Update vom 15. Juni 2021 – 18:00 Uhr:
Ob Schwarz, ob Grün – digital muss es sein

Achim Berg, Präsident des Hightech-Verbands Bitkom, erhofft sich einer neuen Bundesregierung, dass das Digital-Puzzle unter den Ministerien ein Ende hat. Zur Zeit ist das Thema auf alle Ressorts verteilt: im Kanzleramt, im Innen-, Justiz, Wirtschafts- oder Forschungsministerium, beim Gesundheitsminister und – wegen der „Datenautobahn“ 🙂 – im Verkehrsministerium. „Hierzu braucht es ein eigenes, starkes Ressort, das sich voll und ganz der Digitalisierung verschreibt und die entsprechenden Aktivitäten der Bundesregierung leitet und koordiniert“, sagte Berg gegenüber dem Handelsblatt. „Das geht nur, wenn das Digitalministerium mit umfassenden Rechten und Ressourcen ausgestattet wird.“ Mit Blick auf die Digitalverantwortlichen Braun und Bär ergänzte Berg, dass an der Spitze dieses Ressorts „eine starke, kompetente und entscheidungsfreudige Persönlichkeit“ gefragt ist.

Update vom 11. Juni 2021 – 16:00 Uhr:
Dann geh ich eben…

Bislang galten kulturelle Angebote, gute Verkehrsanbindung oder attraktive Innenstädte mit tollen Einkaufsmöglichkeiten als die wichtigsten Argumente für das Wohnen in Hamburg, Berlin, Köln oder München. Das könnte sich ändern, hat jetzt der Hightech-Verband Bitkom in einer repräsentativen Befragung herausgefunden. Danach würden vor allem jüngere Menschen ihren künftigen Wohnort vor allem danach aussuchen, wie weit der Stand der Digitalisierung in Richtung Smart City gediehen ist. 26 Prozent der 16- bis 29-Jährigen gab demnach an, dass eine zu langsame Digitalisierung am Heimatort ein möglicher Grund für einen Umzug ist. Unter den 30- bis 64-Jährigen beträgt der Anteil 22 Prozent. Nur für die Älteren ab 65 Jahren spielt die Digitalisierung bei der Wohnorts-Entscheidung praktisch kaum eine Rolle.

Update vom 10. Juni 2021 – 18:00 Uhr:
SAPhire Now and Now and Now and…

Als “die wahrscheinlich längste virtuelle IT-Konferenz der Welt” dürfte die soeben von CEO Christian Klein eröffnete SAPhire Now in die Geschichte der Corona-Pandemie eingehen, die mit regionalen Verästelungen bis zum Ende des Monats dauern soll. Spannend ist, dass SAP eine uralte Idee der Business-Marktplätze wieder aufgegriffen hat und nun aus seinen Einzellösungen Ariba (Procurement), SAP Logistics Business Network und SAP Asset Intelligence Network eine neue Basis für künftige „Business Communities“ aufbauen will. Ergänzt wird das durch die branchen-optimierten ERP-Lösungen für Handel, Konsumgüter, Automobil, Utilities, sowie Masch9nen-, Anlagen- und Komponentenbau. Dazu gehört der Migrationspfad in die Cloud namens RISE. Merke: Enterprise minus Enter und P ist RISE. Ob da noch das Migrationsprojekt mit Microsoft unter dem Namen Embrace Platz findet? Die SAPhire Now ist ja noch lang.

Update vom 9. Juni 2021 – 17:00 Uhr:
Stellt Microsoft am 24. Juni das neue Windows vor?

Wird es nur das „Update des Jahrzehnts“, wie es Microsofts CEO Satya Nadella zu Beginn der virtuellen Entwicklerkonferenz Build ankündigte, oder erblickt am 24. Januar das Nachfolge-Betriebssystem für das erfolgreiche Windows 10 das Licht der Welt. Zu dem Event, „Whats next for Windows“, hat Microsoft kurz nach der Entwicklerkonferenz eingeladen – interessanterweise für 11 Uhr Eastern Time. Auguren sehen das schon als Hinweis auf ein „Windows 11“. Am 24. Juni können Sie live dabei sein, wenn die Details des künftigen Standards veröffentlicht werden.

Update vom 2. Juni 2021 – 13:00 Uhr:
Country-by-Country-Reporting

Konzerne in der Europäischen Union müssen künftig offen legen, wie viel Steuern sie in welchem Land zahlen. Darauf haben sich EU-Staaten und Europaparlament geeinigt. Dadurch sollen Steuersparmodelle, bei denen Unternehmen Gewinne in der EU vor allem dorthin verlagern, wo die geringste Steuerlast anfällt. Das Country-by-Country-Reporting soll unter anderem die Nettoumsätze, Gewinn oder Verlust vor Steuern und die tatsächlich gezahlten Ertragssteuern umfassen und für alle EU-Staaten aufgeschlüsselt werden. Die Daten sollen für alle EU-Staaten aufgeschlüsselt werden. Auch Steueroasen auf der sogenannten Schwarzen Liste und Staaten, die mindestens zwei Jahre hintereinander auf einer Grauen Liste auftauchen, wie zum Beispiel die Türkei, werden erfasst. Die Graue Liste führt Staaten auf, die zwar Zusagen gemacht, diese aber noch nicht vollständig umgesetzt haben. Vor allem, die Internet-Konzerne, bei denen ohnehin nicht unbedingt transparent ist, wo sie ihre Gewinne erwirtschaften, nutzen Tochterfirmen, um Gewinne in Länder mit möglichst niedrigen Steuersätzen zu verschieben und so die Steuerzahlungen zu reduzieren.

Update vom 1. Juni 2021 – 13:00 Uhr:
Lieber KI als nie!

Dass Politikverdrossenheit dazu führen kann, etablierte Politiker durch solche vom rechten oder linken Rand zu ersetzen oder gleich Populisten an die Macht zu bringen, gehört inzwischen zum Zeitgeist. Aber dass sich eine – wenn auch knappe – Mehrheit dafür ausspricht, Parlamentarier durch KI-Algorithmen zu ersetzen, bedeutet doch eine neues Niveau der Unzufriedenheit. Das jedenfalls hat das „IE Center for the Governance of Change“ in der Studie European Tech Insights ermittelt. Danach würden 51 Prozent der Befragten die Zahl der nationalen Parlamentarier reduzieren und die freiwerdenden Plätze durch Algorithmen ersetzen. Je jünger die Befragten, desto begeisterter von dieser Idee. Bei den 25- bis 34-Jährigen waren es schon über 60 Prozent. Ähnlich geht es den Beamten und Angestellten der öffentlichen Hand: Jeder Dritte würde es vorziehen, wenn Algorithmen über Sozialleistungen entscheiden. Und bei der Paketzustellung sind ohnehin Drohne und Roboter die bevorzugten Partner für die letzte Meile.

Update vom 28. Mai 2021 – 13:00 Uhr:
Das Jahrzehnt der Kollaborateure

Mit UMTS und vor allem, seit es Smartphones gibt, brach die Ära der Apps an, die nicht nur für jedes Problem eine kleine Produktivitätslösung bereithalten, sondern den Einzelnen mit der Gemeinschaft vernetzen. Dieses Zeitalter wird jetzt abgelöst durch die Ära der Collaboration Software, der Anwendungen für Teamarbeit: sie heißen Microsoft Teams, Slack oder Zoom. Nach Ansicht von Rajesh Jha, Executive Vice President der Office Product Group von Microsoft, ist Software für Team-Building und Collaboration die klare Konsequenz aus den vergangenen zwölf Monaten, in denen Menschen gelernt haben, auch getrennt voneinander zusammenzuarbeiten. Aber sie haben auch die Restriktionen der bisherigen Lösungen erfahren. Deshalb sieht Jha eine gigantische Aufgabe für Entwickler in Softwarehäusern ebenso wie in den IT-Abteilungen der Anwender-Unternehmen und sogar in Privatpersonen, die sich eigene Lösungen erarbeiten, in der Weiterentwicklung dieser Collaboration-Lösungen. Der Markt dürfte mehrere hundert Milliarden Dollar schwer sein. Hier geht’s zum Video und zum Transkript zu Jhas Ansichten.

Update vom 26. Mai 2021 – 17:00 Uhr:
Ohne Microsoft zurück in die Steinzeit

Schüler in Baden-Württemberg wehren sich gegen das vom Landesdatenschützer ausgesprochene Verbot, Microsoft Office 365 an den Schulen und im Distanzunterricht zu nutzen. Bei Change.org haben sie eine Online-Petition auf den Weg gebracht, um Unterstützer für ihre Initiative zu finden. Nachdem die Schüler und Schulen im vergangenen Jahr auf der Microsoft-Basis ihre Lerninfrastruktur aufgebaut hatten, würde nun mindestens ein unnötiger Mehraufwand bei der Umstellung auf eine Alternative entstehen. Ein Verzicht auf Microsoft Office 365 würde „uns in unserem Schulalltag, im übertragenen Sinne, in die Steinzeit zurück werfen“.

Update vom 25. Mai 2021 – 18:15 Uhr:
Anwender wollen Multi-Cloud

Ein Teilstück – manche sagen das Kernstück – der Partnerschaft unter dem Namen „Embrace“ zwischen Microsoft und SAP soll einvernehmlich beendet werden: SAP wird nicht mehr Microsofts Cloud-Plattform Azure als präferierte Cloud-Infrastruktur anbieten – und umgekehrt Microsoft auch nicht mehr SAP 4/Hana. Den Grund meldete jetzt der Business Insider: Die Anwender wollen nicht auf eine Cloud-Infrastruktur festgelegt werden, sondern für unterschiedliche Anwendungen auch andere – zum Beispiel AWS oder das SAP-eigene Angebot – nutzen können. Der erleichterte Migrationspfad für SAP-Kunden, die mit ihren ERP-Lösungen in die Cloud wechseln wollen, führt aber immer noch zu Microsoft Azure.

Update vom 19. Mai 2021 – 18:15 Uhr:
Amazon kauft “Kunst um der Kunst willen“

Die Kinos bleiben geschlossen, die Vertragsabschlüsse für Streaming-Dienste boomen – in der Folge der Pandemie-Lockdowns gerät das klassische Filmgeschäft weiter unter Druck. Eine der letzten noch unabhängigen Filmproduzenten – die Metro-Goldwyn-Mayer mit den brüllenden Löwen „Leo the Lion“ im Signet und dem Motto „ars gratia artis“, zu Deutsch: „Kunst um der Kunst willen“ – dürfte jetzt für gut acht Milliarden Dollar unter das Dach von Amazon geraten. Das berichten New York Times, Financial Times“ und Variety. Die einst glorreichen Produktionsfirmen sind längst in modernen Medienunternehmen aufgegangen: Warner Bros. gehört zu AT&T, Fox zum Unterhaltungsriesen Disney, Universal zum Kabelkonzern Comcast, Paramount zum Medienriesen ViacomCBS. MGM wartet seit über einem Jahr darauf, den neuen James-Bon-Film „No Time to Die“ an die Kinokassen zu bringen. Jetzt bekäme Amazon mit MGM die ganze 007-Reihe und weitere 4000 Filmtiteln für sein Prime-Angebot.

Update vom 18. Mai 2021 – 18:00 Uhr:
Startup heute – Mittelstand von morgen

Fünf Jahre ist es her, da habe ich zusammen mit dem Mehrfach-Gründer und Gründungsvorsitzenden des Bundesverbands Deutsche Startups die Szene in dem Buch „Heute Startup – morgen Mittelstand“ beschrieben. Inzwischen führt Christian Miele den Verband und setzt eine gute Tradition auch in schwierigen Corona-Zeiten fort: Der Deutsche Startup Monitor ist ein wichtiger Seismometer für die Gründerszene in Deutschland – gerade auch für die Politik, die sich hoffentlich nach der nächsten Bundestagswahl endlich aufrafft, ein eigenes Digitalministerium zu installieren. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Gründer die Möglichkeit nutzen, dem nächsten Deutschen Startup Monitor zu einem breiten Meinungsbild zu verhelfen. Hier geht zum Deutscher Startup Monitor 2021.

Update vom 14. Mai 2021 – 19:00 Uhr:
Lösegeld okay – aber ohne soziale Folgen

Die Hacker-Gruppe Darkside, die mit ihrer Ransom-Malware den US-amerikanischen Konzern Colonial Pipeline dazu gezwungen hatte, ihre Benzin-Leitung für den gesamten Südosten der Vereinigten Staaten, stillzulegen, hat jetzt eine bemerkenswerte Rechtsauffassung offenbart: Man habe doch nur Lösegeld erpressen wollen, aber keine sozialen Folgen bei Millionen Autofahrern verursachen wollen. Und statt der Straftat der Lösegeld-Erpressung abzuschwören, setzen die Gauner von der dunklen Seite jetzt quasi einen Ethikrat ein: „Ab heute führen wir eine Moderation ein und prüfen jedes Unternehmen, das unsere Partner verschlüsseln wollen, um soziale Konsequenzen in der Zukunft zu vermeiden“, verspricht Darkside. Als wenn eine durch Ransomware in die Insolvenz getriebene mittelständische Firma nicht auch soziale Konsequenzen bei ihren Mitarbeitern nach sich ziehen würde…

Update vom 12. Mai 2021 – 19:30 Uhr:
Corona-Warn-App besser als ihr Ruf
Aus Marketing-Gesichtspunkten war es schon immer falsch die Corona-Warn-App „Corona-Warn-App“ zu nennen – und nicht zum Beispiel „Luca“. Aber das 80 Millionen Euro teure Dings ist besser als sein Ruf – erst recht, nachdem es funktionale Nachbesserungen gab. Nach einer Befragung von Ipsos zeigte sich knapp die Hälfte der Befragten davon überzeugt, dass die Anwendung wirksam sei. Allerdings: Je mehr IT-Verständnis vorliegt, desto besser die Bewertung. Die App kann inzwischen auch die Ergebnisse von Schnelltests anzeigen. Zudem kann sie zum Einchecken bei Veranstaltungen genutzt werden. Als erstes Bundesland hatte Sachsen die App zur Eventregistrierung zugelassen. Zuvor hatte die Datenschutzkonferenz (DSK) den Bundesländern empfohlen, den Einsatz der Corona-Warn-App zumindest „als ergänzende Möglichkeit zur Benachrichtigung potenziell infizierter Personen und zur Clustererkennung in ihren Konzepten zur Pandemiebekämpfung zu berücksichtigen“. Mehr zum Thema bei Golem.

 

Update vom 11. Mai 2021 – 13:30 Uhr:
Kein Instagram für Kinder unter 13
40 US-amerikanische Generalstaatsanwälte und Justizminister haben jetzt Mark Zuckerberg aufgefordert, seine Pläne für eine Instagram-Plattform, die vor allem Kinder unter 13 nutzen sollen, zu beerdigen. Die Vertreter der US-Justiz weisen dabei auf die schlechte Leistung von Facebook und Instagram hin, Kinder in ihren Online-Auftritten zu schützen. Bis zu diesem Alter seien Kinder noch nicht in der Lage, die Wahrung der eigenen Privatsphäre ausreichend zu beachten und die Fallstricke in den sozialen Medien zu erkennen. Während Mark Zuckerberg keinen Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern erkennen will, sehen die Autoren in dem Brief, der dem Branchendienst Business Insider vorliegt, einen klaren datengestützten Zusammenhang zwischen Aktivitäten in den sozialen Medien und seelischem Leid, selbstzerstörerischen Tendenzen und sogar verstärkter Neigung zu Selbstmord.

Update vom 10. Mai 2021 – 12:00 Uhr:
Ransomware legt US-Pipeline lahm
Rund 100 Gigabyte an Daten haben Hacker beim US-amerikanischen Ölpipeline-Betreiber abgegriffen und verschlüsselt und legten so eine der wichtigsten Ölleitungen der USA lahm, die täglich rund 50 Millionen Ostküstenbewohner mit Kraftstoffen versorgt – rund 45 Prozent der gesamten Lieferungen in diese Region. Das Unternehmen, Colonial Pipeline spricht inzwischen selbst von einem Ransomware-Angriff, wonach erst nach der Zahlung eines Lösegelds der Zugriff auf die betriebskritischen Daten wieder gewährt wird. Der Angriff, über den BBC berichtet, ist ein weiterer in einer fortlaufenden Serien von Attacken, um mithilfe von Ransomware Lösegelder zu erpressen. Gerade mittelständische Unternehmer wähnen sich in einem trügerischen Gefühl von Sicherheit, weil sie ihr Unternehmen für nicht attraktiv genug für Hacker-Angriffe halten. Wie groß die Gefahr tatsächlich ist, können Sie in meinem Beitrag für den Sparkassen- und Giroverband lesen.

Update vom 9. Mai 2021 – 12:00 Uhr:
2,4 Milliarden hier; 2,5 Milliarden dort
Amazon-Gründer Jeff Bezos hat gut 700.00 Aktien des Online-Hä#ndlers verkauft – und damit rund 2,6 Milliarden Dollar erzielt, schreibt der Branchendienst Business Insider. Dies ist ein weiterer Schritt zur Trennung von seinem Amt als CEO des Unternehmens. Einen Schritt in Richtung Trennung hat auch Bill Gates unternommen: er hat seiner Frau Melinda am Tage der Bekanntgabe, beide wollten sich scheiden lassen, Aktien im Wert von 2,4 Milliarden Dollar überwiesen, meldet die gleiche Quelle.

Update vom 8. Mai 2021 – 12:00 Uhr:
Die Deutschen kaufen seltener, dafür aber mehr
18 Milliarden Einkäufe tätigten die Deutschen im vergangenen Jahr, meldet das Handelsforschungsinstitut EHI. Das sind rund zwei Milliarden Gänge zur Kasse weniger als im Vor-Pandemie-Jahr 2019. Dafür steht mehr auf dem Kassenbon: Waren es 2019 noch 22 Euro, summieren sich die Beträge letztes Jahr auf 24 Euro pro Einkauf. Und jeder dritte Einkauf wird inzwischen mit Karte bezahlt – egal ob Kleinstbetrag oder 500-Euro-Einkauf. Das ist freilich immer noch deutlich weniger als in anderen Ländern.

Update vom 8. Mai 2021 – 12:00 Uhr:
Kein Anschluss unter dieser IP
16 Prozent der von Deloitte in ihrer „Fiber Consumer Survey“  befragten rund 2000 Konsumenten in Deutschland würden im Homeoffice arbeiten, wenn die Internet-Verbindung zuverlässig oder schnell genug wäre. Zusätzlich würden bis zu 20 Prozent mehr Dienste wie Videokonferenzen, Games oder Smart Home-Lösungen genutzt, wären Bandbreite und Verfügbarkeit größer. Nur ein Drittel der stationären Internetanschlüsse ist schneller aus 100 Mbit pro Sekunde. Der Weg in die Gigabit-Gesellschaft ist noch weit. Hier geht’s zur Studie.

Update vom 7. Mai 2021 – 19:00 Uhr:
Wieder da: Die Treuhand-Cloud
„Wir werden keine Daten dieser Kund*innen aus der EU heraus transferieren müssen“, kündigte jetzt Microsofts Präsident Brad Smith am Donnerstag in einem Blogeintrag an. Dazu sollen europäische Kunden ihre Daten in einem Cloud-Rechenzentrum ablegen können, auf das US-Behörden keinen Zugriff haben. Microsoft reagiert damit auf das sogenannte Schrems-II-Urteil des EuGH, der den USA eine mit Europa vergleichbare Datenschutzkultur abspricht. Problematisch ist dabei die Möglichkeit von US-Behörden, US-Unternehmen im Verdachtsfall zur Herausgabe personenbezogener Daten zu zwingen. Einen ersten Versuch, dieser Zwangsjacke zu entkommen, hatte es schon in Kooperation mit der Deutschen Telekom gegeben, die zwei Cloud-Rechenzentren von Microsoft in Treuhänderschaft übernommen hatten. Hier geht’s zum Blog.

Update vom 7. Mai 2021 – 15:00 Uhr:
Leugnen nützt nichts
Es gibt praktisch keine Tatsache, die nicht von irgendwelchen Querdenkern abgestritten wird. Sie leugnen den Klimawandel, die Existenz des Corona-Virus – der den Nutzen der Digitalisierung. Fast jeder sechste Entscheider in Deutschland äußert noch immer Zweifel daran, dass Digitialisierung seinem Unternehmen Vorteile bringen dürfte. Vor einem Jahr war es sogar noch jeder vierte Unternehmer. Das ergab eine jüngste Umfrage des Hightech-Verbands Bitkom.