Same procedure as every year

Zeit ist kein Problem, solang sie in der Zukunft liegt. Nie wird einem dies deutlicher als in den ersten Tagen eines neuen Jahres, wenn  satte 52 Wochen zur Verfügung stehen. In der Regel führt dieser Überhang an Zeit zu einem Überschwang an Zielen. Verbunden mit Wünschen und Wunschvorstellungen vermischen sich diese Vorhaben und Vorgaben zu Vorhersagen. Wir wollen da nicht zurückstehen. Unsere sieben schönsten Prognosen für das Jahr 2012 – natürlich alles ein wenig nebulös und wolkig:

Alles aufs Tablett: Apple wird Galaxy-Tablets nicht dauerhaft aus den europäischen Läden verbannen können. Mit Samsung wird somit ein Anbieter mehr den Siegeszug der Wisch-und-Weg-Geräte vorantreiben. Wer keine App für das Tablet zur Verfügung stellt, ist weg vom Fenster.

Appvertising: Einen AppStore zu unterhalten, gehört längst zum guten Ton. Über den Appverkauf lassen sich die eigenen Ökosysteme bestens steuern und ausbauen – und die Käuferströme zu den Sweetspots der Markenanbieter lenken. Weil das wichtiger ist als der Verkauf der Apps selbst, wird die Kleinstsoftware zunehmend kostenfrei abgegeben. Dafür gibt es eine neue Werbeplattform: Advertising auf der App. Ach ja: Natürlich wird dabei HTML5 seinen Siegeszug starten.

Soziale Maschinen: Während Google+ zum Herausforderer für Facebook um die Lufthoheit bei den sozialen Netzwerken werden will, dringt das Prinzip der sozialen Vernetzung so allmählich in alle Anwendungsbereiche vor: Unternehmenslösungen mit Facebook-Komponenten sollen zusätzliche Kollaborationsmöglichkeiten eröffnen. Und wer sagt, dass nicht auch Endgeräte und Maschinen künftig Freunde und Like-It-Buttons brauchen?

Unsoziale Übernahmen: Weil aber alles mit jedem „sozial“ vernetzt werden kann, wird 2012 ein Übernahmefieber die Social-Media-Scene befallen. Von IBM bis Oracle, von SAP bis Microsoft werden sich die Kaufinteressenten bei den Also-Runners bedienen. Ohne Social Layer keine Global Player.

Große Datenwolke: Big Data wird zum entscheidenden Investitionshebel der nächsten Jahre. Nach Business-Intelligence-Tools werden jetzt auch In-Memory-Datenbanken die Phantasien beleben. Dabei werden zusätzliche Anreize durch die Möglichkeit gegeben, große Datenmengen in die Wolke zu verlegen und die Rechnerpower zur ihrer Verarbeitung aus der Wolke zu beziehen.

Megamultimediamix: Während aber heute BI-Funktionen noch im wesentlichen Analysen zu strukturierten Daten leisten, werden die rund 90 Prozent der Multimedia-Daten erst allmählich erkennungstechnisch behandelt. Welche Informationen in Video-, Audio- oder Bildinformationen stecken, was sich aus Datenschnipseln in sozialen Medien zusammenklauben lässt, das wird 2012 ein Topthema der globalen Anwender.

Ende eines Schismas: 2012 wird dabei fortsetzen, was 2011 schon überdeutlich zu erkennen war: Die klassische Trennung zwischen Business IT und Consumer IT wird weiter aufgelöst. Auf dem Weg zum Mittelstandsmarkt wollen die Cloud-Anbieter gleich bis zum One-Man-Shop durchrauschen – und das weltweit. Auf der Suche nach dem lukrativen Business Case für den Mittelstand gilt unverändert: Same procedure as every year.

 

 

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