Rückschlag der Jedi-Richter

Wenn das US-amerikanische Verteidigungsministerium eine Technologie-Entscheidung trifft, verändert das meist die gesamte Welt. So war es Ende der Sechziger Jahre, als das Pentagon feststellte, wie anfällig die eigene, zentralistische Kommandostruktur ist. Damals wurde ein nicht-hierarchisches Netz der Netze in Auftrag gegeben, aus dem schließlich unser Internet wurde. Und als während des Irakkriegs alle Satelliten für das amerikanische Global Positioning System (GPS) auf den Krisenherd gerichtet waren, versagten unsere zivilen Navigationssysteme, weil sie nicht mehr scharf sehen konnten. Und jetzt will das Pentagon unter dem Projektnamen Jedi (Joint Enterprise Defense Infrastructure) seine komplette Kommandostruktur neu vernetzen und in die Cloud verlagern, wobei KI-gestützte Technologien und Services entwickelt werden, die unser Verständnis von Cloud Computing revolutionieren werden.

Die Vergabe des zehn Milliarden Dollar schweren Projekts an Microsoft im vergangenen Oktober hatte auch das Potenzial, die Machtverhältnisse im Markt für Cloud Computing komplett zu drehen. Denn Amazon ist mit Amazon Web Services souveräner Marktführer im Cloud Business, während Microsoft mit seiner Azure-Plattform und den Cloud-Angeboten Office 365 und Dynamics 365 schneller wächst als die Konkurrenz. Der Zehn-Milliarden-Dollar-Deal würde den Abstand zwischen beiden Anbietern sowohl bezogen auf Umsatz als auch auf Innovation verringern, wenn nicht gar umkehren. Doch jetzt hat ein US-Gericht angeordnet, dass Microsoft solange nicht mehr an dem Projekt weiterarbeiten darf, wie die Kriterien und Entscheidungen, die zur Vergabe an Microsoft geführt haben, nicht überprüft sind. Denn die Annahme, dass bei der Vergabe im vergangenen Oktober nicht alles mit objektiven Mitteln zugegangen sein könne, ist Gegenstand der Klage, die Amazon nach der Entscheidung erhoben hat.

Nicht nur sieht sich Amazon unverändert als Markt- und Technologieführer, der den Auftrag eigentlich hätte erhalten müssen. Auch die mutmaßliche Einflussnahme von US-Präsident Donald Trump soll jetzt nach dem Wunsch von Amazon überprüft werden. Der Präsident führt seit langem eine Privatfehde gegen Amazon-Chef Jeff Bezos, in dessen Besitz sich die regierungskritische Zeitung Washington Post befindet. Angeblich soll Trump gefordert haben, dass weder Jeff Bezos noch eine seiner Firmen jemals mehr Regierungsaufträge erhalten sollen. Als Klägerin ist sich Amazon über diesen mutmaßlichen Zusammenhang sogar so sicher, dass sie den US-Präsidenten nun unter Eid zur Aussage zwingen will. Es mutet an wie ein „Impeachment Teil II“.

Unabhängig davon, ob dieser Verdacht zutrifft und tatsächlich andere als objektive Gründe für die Vergabe an Microsoft bestanden, haben die Jedi-Richter im zuständigen US-Bundesgericht jetzt zumindest die Arbeiten am Cloud-Projekt auf Eis gelegt. Es sei gängige Praxis, erklärte eine Sprecherin, so lange nicht weiter Tatsachen zu schaffen, wie die offenkundigen Sonderbarkeiten rund um die Vergabe nicht aufgeklärt seien.

Wenn sich die nun anstehende Untersuchung tatsächlich auf eine Fehde zwischen Bezos und Trump reduzieren würde, wären sowohl Microsoft, als auch das Pentagon die eigentlichen Leidtragenden. Denn Microsoft hat nicht nur bereits erhebliche Vorinvestitionen zum Beispiel in Personal getroffen, sondern dem Pentagon fehlen nun auch wichtige, bereits eingeplante Ressourcen bei der Umsetzung des Projekts. Jede Verzögerung jetzt führt zu einer Verzögerung später.

Dabei stand das Projekt schon seit seiner Ankündigung im Jahr 2018 unter einem dunklen Stern. Google beispielsweise hatte sich früh aus dem Wettbewerb zurückgezogen, weil man ethische Komplikationen kommen sah. Oracle und IBM waren im vergangenen Jahr ausgeschieden, weil sie angeblich die gesetzten Voraussetzungen nicht erfüllten. Oracle hatte gegen diese Entscheidung bereits geklagt – allerdings vergeblich. Immerhin wurde dadurch die Vergabe um ein Vierteljahr verzögert. Jetzt also klagt Amazon.

Auch innerhalb von Microsoft ist das Jedi-Projekt nicht unumstritten. In einem offenen Brief hatten sich Mitarbeiter gegen die Beteiligung an dem militärischen Cloud-Projekt ausgesprochen. Microsofts CEO Satya Nadella hatte darauf eben so offen geantwortet: man könne nicht denen, die die Demokratie verteidigen, die best-verfügbare Technologie verweigern. Das hat allerdings jetzt – zumindest vorübergehend – der Rückschlag der Jedi-Richter bewirkt. Es bleibt das dumpfe Gefühl, dass auch nach einer Überprüfung der Vergabekriterien keine Ruhe einkehren wird. Schon im Sommer hatte ich in einem Blog zum Jedi-Projekt spekuliert, dass am Ende das Projekt zwischen Amazon und Microsoft aufgeteilt werden wird. Das wäre so ungewöhnlich nicht, da Multi-Cloud-Lösungen offenbar für immer mehr große Projekte der Königsweg sind. Und schließlich besagt die Jedi-Weisheit: „Immer zu zweit sie sind!“

Droht eine Dekade des Zerfalls?

Nadine Kammerlander, Inhaberin des Lehrstuhls Familienunternehmen an der WHU Otto Beisheim School of Management, steht durchaus im Ruf, dem Mittelstand wohlwollend gegenüberzustehen. Deshalb müssen ihre jüngsten Kommentare zur Digitalisierung im Mittelstand besonders aufschrecken: „Chinesische Besuchergruppen wundern sich oftmals, wie rückständig viele Firmen hierzulande noch sind.“

Die Mitautorin einer Studie zur Digitalisierung in Familienunternehmen sieht erhebliche Mängel bei der Umsetzung von Digitalstrategien. Dabei kommt die Studie auch zu dem Ergebnis, dass die Hälfte der 1500 befragten Firmenlenker über die Anwendungsmöglichkeiten und das Leistungspotenzial moderner Informationstechnologie zwar Bescheid weiß. Aber dennoch liegt laut Studie die Einsatzquote von wegweisenden Zukunftstechnologien wie Blockchain und künstliche Intelligenz oder für Big Data und Industrie 4.0 im einstelligen Prozentbereich. Selbst eigentlich heute schon selbstverständliche IT-Lösungen wie Cloud Computing oder Web Analytics lassen eine breite Umsetzung in den untersuchten mittelständischen Unternehmen vermissen.

Doch Nadine Kammerlander warnt vor einer Dekade des Zerfalls, wenn nicht gegengesteuert wird: „Das geht je nach Branche noch fünf oder vielleicht auch zehn Jahre gut. Dann aber ist die Wettbewerbsfähigkeit so stark gesunken, dass es sogar existenzielle Schwierigkeiten geben kann.“ Sie bestätigt damit das, was in diesen Blogbeiträgen schon seit mehr als einem Jahrzehnt beklagt wird: Der Mittelstand setzt neue Technologien immer erst ein, wenn der Schmerz einsetzt. Erst muss der Wettbewerbsdruck so stark zunehmen, dass herkömmliche Methoden nicht mehr helfen. Dann erst wird gehandelt – oftmals aber dann umso konsequenter. Allerdings: Dieses Konzept könnte im Zeitalter der Digitalisierung zum ersten Mal nicht aufgehen.

Insofern liegt die Dekade des Zerfalls nicht nur vor uns, sondern auch bereits hinter uns als Jahrzehnt der ungenutzten Chancen. Die Rückständigkeit wurde allerdings bislang übertüncht durch die lang anhaltende gute Konjunktur mit übervollen Auftragsbüchern. Bis hinein ins vergangene Jahr hieß es zumeist: Für digitale Innovationen fehlt die Zeit. Jetzt fehlt das Knowhow. Und morgen möglicherweise das Geld.

Das bestätigt eine weitere Studie, die von der staatlichen Förderbank KfW in Auftrag gegeben wurde. Danach haben vier von fünf kleinen und mittleren Unternehmen großen Bedarf an digitalen Grundkompetenzen. Und mehr als ein Drittel der Befragten kann den Bedarf an weitergehendem digitalen Knowhow nicht decken. Lediglich 30 Prozent der mittelständischen Unternehmen haben zwischen 2015 und 2017 tatsächlich ein Digitalisierungsvorhaben realisiert.

Zwar klingen die Digitalinvestitionen des Mittelstands in Höhe von 15 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf den ersten Blick beeindruckend. Aber hochgerechnet auf drei Millionen Unternehmen wären das lediglich statistische 5000 Euro pro Firma. Selbst wenn man das Drittel der Unternehmen zugrunde legt, die ein Digitalprojekt realisiert haben wollen, liegt der Durchschnittswert der Investitionen bei wenig beeindruckenden 15.000 Euro. Es seien vor allem fehlende Digitalkompetenzen der Beschäftigten die eine schnellere digitale Transformation behindern. „Weiterbildung ist die wichtigste Lösungsstrategie, wird aber zu oft aus Kosten- und Zeitgründen unterlassen“, resümiert die KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.

Also auch hier: erst keine Zeit, dann kein Geld. Egal, aus welcher Perspektive der Mittelstand betrachtet wird, es droht eine Dekade des Zerfalls. Einen ähnlichen Ton hatte vor zwei Wochen schon Bitkom-Präsident Achim Berg angestimmt, als er die „Digitalstrategie 2025“ einen „Last Call Germany“ nannte. Wer jetzt nicht handelt, verliert in der Tat den Anschluss. Denn nie hatte der Satz mehr Gültigkeit: Es fressen nicht die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. Die Schnellen – das wären dann diejenigen, die derzeit chinesische Besuchergruppen aussenden, um die Rückständigkeit der hiesigen Firmen zu besichtigen. Das wäre dann die bittere Logik in der Dekade des Zerfalls.

 

Irren Bleibt Menschlich

Was hat ein CEO zu erwarten, der über Jahre hinweg schrumpfende Umsätze zu verantworten hat? Nun, IBMs Chefin Virginia „Ginni“ Rometty hat sage und schreibe 22 Vierteljahresberichte mit „Negativwachstum“ nicht nur überlebt, sondern – nach einer kurzen Erholungsphase – noch einmal weitere sechs aufeinanderfolgende Quartale mit einem Umsatz-Minus verantwortet. Erst im zurückliegenden Drei-Monats-Zeitraum kam ein kleines Plus von einem Promille heraus. Jetzt erklärte die 62jährige ihre Mission bei IBM für beendet. Sie wird am 6. April den Chefsessel räumen und noch bis zum Jahresende beratend den Turnaround des IT-Methusalems begleiten.

Es klingt nach einer ziemlich schrägen Manager-Karriere. Doch Ginni Rometty hat eine Ära bei IBM geprägt, die von einem beispiellosen Turnaround gekennzeichnet ist. Sie steht damit in der Ahnenreihe des IT-Konzerns auf Augenhöhe mit Louis Gerstner Jr. der von 1993 bis 2002 einen dramatischen Konzernumbau zu einem modernen, serviceorientierten Unternehmen schaffte. Damals, als Nachfolger des glücklosen John F. Akers, musste Gerstner die ausschließliche Ausrichtung auf Mainframes ausgleichen. Ab 2012, als Nachfolgerin von Sam Palmisano, hat Ginni Rometty den Wandel zu einer cloud-orientierten Service-Firma eingeleitet. Palmisano, der 2005 das PC-Geschäft an Lenovo veräußert hatte, gelang der Schwenk zur Software- und Service-Company nur unvollständig, sodass bereits damals der Umsatz stagnierte. Ginni Rometty startete unter anderem einen Totalumbau des Vertriebs. Ihr Werk wird jetzt Arvind Krishna, der bislang das Cloud-Geschäft verantwortete, fortführen. Dass dabei weiterhin der Schwerpunkt auf die Cloud gelegt werden wird, ist eine sichere Prognose.

Arvind Krishna gilt als Architekt des größten Deals in der Ära Rometty: für 34 Milliarden Dollar übernahm IBM im Oktober 2018 den Anbieter für Open-Source-Lösungen, Red Hat. Die Übernahme, die im Sommer 2019 abgeschlossen wurde und jetzt offensichtlich erstmals auch positive Wirkung auf die Quartalsergebnisse zeitigte, gilt als ein couragierter Schritt ins Freie. Es war der spektakulärste von Ginni Romettys insgesamt 65 Firmenkäufen in acht Jahren. Nun rückt Red Hat´s CEO James Whitehurst als IBM President nach. Damit stehen die beiden renommiertesten Cloudianer bei IBM dem Unternehmen künftig vor.

Tatsächlich müsste IBM im Cloud-Geschäft eine beispiellose Aufholjagd starten, wenn „Big Blue“ noch zu den führenden Hyperscalern im Cloud-Business – Amazon und Microsoft – aufholen sollte. Gerade eben hat Microsoft einen 62prozentigen Umsatzzuwachs seiner Cloud-Plattform Azure bekanntgegeben, und damit den Abstand zum Cloud-Primus Amazon, dessen Geschäft mit Amazon Web Services im letzten Quartal um 31 Prozent stieg, erneut verkürzt. Selbst der abgeschlagene Dritte, Google, liegt noch weit vor IBM. Alle drei – Microsoft, Google und seit wenigen Tagen auch Amazon – haben eine Marktkapitalisierung von mehr als 1000 Milliarden Dollar erreicht. Der Vierte im Bunde ist Apple. Von solchen Zahlen ist IBM Lichtjahre entfernt.

Deshalb kann die ausschließliche Verlagerung auf das Cloud-Business bei IBM auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Unter Ginni Rometty investierte IBM massiv in die Entwicklung von künstlicher Intelligenz – allen voran mit dem Flaggschiff-Produkt Watson, das in 20 unterschiedlichen Industrien neue Chancen eröffnen soll. Doch zuletzt mussten die Watson-Projekte – zum Beispiel im Gesundheitswesen, bei Banken und Versicherungen, in der Energiewirtschaft und in der Landwirtschaft – zurückstecken, weil die angekündigten Erkenntnisziele nicht erreicht wurden.

Doch KI wird auch weiterhin ein Forschungs- und Umsatzschwerpunkt für Arvind Krishna sein. Hinzu kommen Zukunftstechnologien wie Blockchain und Quantencomputing. In den IBM Forschungslabors wird hart daran gearbeitet, dass mit künstlicher Intelligenz und Computer-Services aus der Cloud ganze Lebensbereiche umgewandelt werden. So arbeitet IBM an der gesamten Wertschöpfungskette in der Landwirtschaft vom Acker bis zum Regal, wo durch KI und Computereinsatz Ressourcen geschont, Krankheiten ausgeschlossen und insgesamt Fehler vermieden werden. Auch künftig soll das Kürzel IBM bedeuten: Irren bleibt menschlich.

 

Da wo´s hilft!

Das World Economic Forum in Davos war einmal ein globaler Trendsetter. Was hier von größtenteils älteren weißhäutigen Männern besprochen wurde, bestimmte daraufhin die Agenda rund um die Welt. Dabei stand die Ökonomie im Mittelpunkt – und aus dieser Perspektive wurden gesellschaftspolitische Themen interpretiert und globalpolitische Krisen gemeistert. Im Glauben an Wohlstand durch Wachstum hat Davos die Welt geeint – zumindest für vier Tage im Januar.

Das ist seit diesem Jahr anders. Es ist ja nicht ausschließlich Greta Thunberg, die dem Weltwirtschaftsforum die Klimadebatte aufnötigte. Es ist der Planet Erde, der dieses Problem auf die Agenda setzt. Und viele nachdenklich gewordene Wirtschaftsführer haben nicht die Tage im 1500 Meter hoch gelegenen Schweizer Skiort abgewartet, um ihre Klimastrategie vorzustellen, sondern Wochen und Monate vor dem Gipfel Initiativen angekündigt – überall da, wo´s hilft. Siemens, Bosch, Continental oder die KfW gehören dazu.

Und nur wenige Tage vor dem World Economic Forum haben Microsofts Präsident Brad Smith und CEO Satya Nadella ihren selbst gesteckten Anspruch verkündet, nicht nur klimaneutral, sondern CO2-negativ werden zu wollen. Microsoft will mit einem eine Milliarde Dollar schweren Innovationsfonds dazu beitragen, dass der Umwelt Kohlendioxyd entzogen werden kann. Die Sünden der Vergangenheit sollen also nicht nur gesühnt, sondern ungeschehen gemacht werden.

Auch wenn das meiste erst Ankündigungen sind, denen Taten noch folgen müssen, ist dabei schon mehr herausgekommen als in Davos. Der „Zauberberg“ hat seinen Zauber verloren. Nicht nur, aber auch, weil der US-Präsident das Gipfeltreffen nutzte, um seinen persönlichen Wahlkampf zu starten.

Die Klimadebatte überlagerte alles in Davos, obwohl so viel Diversität geübt wurde, wie noch nie: Integration, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit, Vertical Farming, Quantencomputer, fossilfreie Investments, Steuergerechtigkeit, Inklusion oder „Me too“. Doch es gibt keine zentrale Botschaft, die von Davos ausgeht – weder zur Umwelt, noch zur Gesellschaft oder Wirtschaft und Technologie. Dabei hätten allein die rund 120 Milliardäre, die laut Bloomberg angereist waren, Weltbewegendes vereinbaren können. Doch sie, so scheint es, engagieren sich nicht mehr in Davos, sondern da, wo´s hilft.

Dabei hätte dem World Economic Forum ein Weckruf an die Welt gut getan. Einen „Last Call“ hat dagegen, weitab von Davos, Bitkom-Präsident Achim Berg ausgerufen. „Ob Wirtschaft oder öffentlicher Sektor: Die digitale Welt ist in Bewegung, und Deutschland hält nicht Schritt.“ Die Digitalstrategie 2025 spannt den großen Bogen von Energiewende durch Smart Grids, CO2-Einsparungen durch Mobilitätsdienste oder Wiederaufforstung durch Drohnen. Bereits jeder zweite Bundesbürger glaubt, dass die Digitalisierung im Kampf gegen den Klimawandel helfen kann.

Man muss es nur wollen. Doch es fehlt, so beklagt Achim Berg, eine aktive Digitalpolitik aus einem Guss. Doch statt sich aufs Klagen zu verlegen, liefert der Bitkom konkrete Handlungsempfehlungen in den Kapiteln „Digitale Gesellschaft“, „Digitale Wirtschaft“ und „Digitaler Staat“. So fordert der Hightech-Verband unter anderem ein Forschungsinstitut „Berufe mit Zukunft“, über das Jugendlichen bisher unbekannte, aber zukunftsorientierte Berufszweige nähergebracht werden sollen. Tatsächlich zeigte eine soeben veröffentlichte OECD-Studie, dass Jugendliche sich an traditionelle Berufe klammern, während die durch Digitalisierung, künstliche Intelligenz oder 3D-Druck beeinflussten Jobs unbeachtet bleiben.

Und auch die umweltorientierten Berufe bleiben weitgehend unbeachtet. Dabei wäre es angesichts der Herausforderungen bei Klima, Digitalisierung, Gesundheit und Gesellschaft überlebenswichtig, dass wir Berufe dort schaffen, wo´s hilft. Das wäre auch eine Aufgabe für das World Economic Forum im kommenden Jahr.