Azure ist das neue Windows

Die Cloud-Plattform Azure ist der am schnellsten wachsende Produktbereich bei Microsoft. Das gilt nicht nur für den Umsatz und – erfreulicherweise für die Redmonder – auch für den Gewinn. Es gilt vor allem für die Innovationskraft. In keinem Segment kommen so schnell und so kontinuierlich neue Features auf den Markt – nicht zuletzt in den systemrelevanten Bereichen Sicherheit und künstliche Intelligenz.

Allein auf der Großkonferenz für das Microsoft Ökosystem vergangenen Monat – auf der Ignite 2018 in Orlando – wurden 70 Produkte und Features für die Azure Plattform angekündigt oder erweitert. Und mit der verbesserten Version von Azure Machine Learning will Microsoft vor allem im Bereich künstliche Intelligenz den Vorsprung gegenüber anderen Anbietern ausbauen – oder ihnen zumindest einen harten Wettbewerb liefern. Dabei nutzt es freilich, dass mit „Ideas“ KI-Features gleich für die gesamte Office 365 Gemeinde verfügbar sind. So schnell kann kaum ein anderer Software-Hersteller seine Innovationen im gesamten Ökosystem ausrollen.

Allein Windows macht im mobilen Geschäft nur wenig Freude. Grund genug für Satya Nadella einen völlig anderen und vor allem pragmatischeren Weg zu wählen. Wenn es nicht gelingt, mit Windows mobile gegenüber den marktdominierenden Betriebssystemen Android und iOS aufzuholen, warum dann nicht aus einem der beiden das Betriebssystem der Wahl für Microsoft machen? Die Musik spielt eh längst auf der Azure-Plattform, während die Bedeutung von Windows – zumindest im mobilen Bereich – zurückgeht. Wenn sie dort überhaupt jemals bestand.

Denn wenn Azure das neue Windows ist, dann kann Android auch ruhig das neue Windows mobile sein. Und genau das deutet sich jetzt an: Denn kommende Features in Windows 10 lassen ahnen, wohin die Reise geht. „App Mirroring“ – also die Möglichkeit, Apps unter Windows zu starten, die nicht über Windows verfügbar sind – soll künftig eine Verzahnung zwischen beiden Betriebssystemen bringen, indem auch der Android-Home-Screen gespiegelt wird. Mit einem eigenen Launcher, so sagen die Gerüchte, sollen die Apps dann von Windows aus gestartet werden können.

Das Feature ist zwar nicht unbedingt neu – auch andere Anbieter haben solche Launcher schon für Apps auf Fremdbetriebssystemen. Aber bemerkenswert ist es dennoch, dass Microsoft schon seit langem die Aktivitäten in Richtung Android immer weiter forciert. So ist auch umgekehrt Office längst auf Android verfügbar, während es deutlich komplizierter ist, das gleiche auch auf der Apple-Seite unter iOS zu verwirklichen.

Aber die Mühe lohnt sich. Android ist das mit großem Abstand am weitesten verbreitete Mobil-Betriebssystem, das zugleich auch noch die attraktivsten Wachstumsraten genießt. Nichts liegt also für Microsoft, das auf der Cloud-Seite vor allem gegen die derzeitige Marktführerschaft von Amazon Web Services ankämpft, näher, als sich auf dem ohnehin verlorenen Terrain im Mobil-Bereich eine Atempause zu verschaffen. Denn die Weltherrschaft wird schon lange nicht mehr auf dem Desktop und wohl auch nicht mehr auf dem Smartphone entschieden, sondern in der Cloud.

Deswegen soll Azure wiederholen, was vor Jahrzehnten mit Windows gelungen ist: globale Dominanz für Microsoft erreichen und absichern. Deshalb ist Azure das neue Windows und fließen nicht nur die Entwicklungsanstrengungen in diese Cloud-Plattform. Auch gut situierte Produkte wie Windows Server migrieren allmählich von On-Premises in die Cloud. Dort sind alle Optionen auf grün: Skalierbarkeit, globale Erreichbarkeit, Security- und Performance-Management und nicht zuletzt das Tempo, mit dem neue Produkte deployed werden.

In der Tat: Azure ist das neue Windows.

 

 

 

Die Plattform-Company

Als IBM in den achtziger Jahren ankündigte, sich aus dem Geschäft mit Schreibmaschinen zurückzuziehen, war bei vielen Analysten die Sorge groß, dass sich Big Blue aus dem Gedächtnis der Kunden verabschieden würde. Doch die Plattform für das große Geschäft waren nicht die Schreibtische, sondern die Mainframes, die im Hochsicherheitstrakt der Firmen die ganze Last der Unternehmenslösungen trugen. Doch tatsächlich: heute kämpft sich IBM mit Mühe wieder in das Gedächtnis ihrer Kunden zurück.

Auf den Schreibtischen hatte sich längst Microsoft ausgebreitet: mit Windows und Office. Doch die Plattform für das ganz große Geschäft sind heute die Cloud-Angebote rund um Office365, Dynamics und vor allem Azure, die Cloud Infrastruktur, die weltweit ein Viertel des Gesamtmarktes für sich beanspruchen kann und dabei schneller wächst als der Marktführer Amazon mit seinen Web Services. Anders als IBM kündigt Microsoft seine Desktop-Angebote nicht ab, sondern hebt Windows, Office und Dynamics in die Cloud. Microsoft verschwindet zwar in den Wolken, bleibt aber weiterhin für jedermann sichtbar.

Sichtbarkeit macht den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg. Das muss Microsofts CEO Satya Nadella bedenken, wenn er das Unternehmen weiter und weiter als Plattform-Company positioniert, deren Services praktisch unbemerkt aus der Cloud bereitgestellt werden. Wie ihm das gelingt, werden wir auf dem Welttreffen des Microsoft-Ökosystems ab dem kommenden Sonntag erleben. Die Microsoft Inspire in Las Vegas ist für Partner und Kunden das Ereignis schlechthin, um zum Beginn des neuen Geschäftsjahres die Marschrichtung der Redmonder zu identifizieren.

Dabei ist die Richtung längst klar: Mit Milliardeninvestitionen baut Microsoft seine Cloud-Infrastruktur rund um den Globus aus. Auf dieser Plattform bietet Azure inzwischen Services für jede Lebenslage an – von Sprachassistenten im Smartphone und Productivity-Tools in jedem mobilen Device über HoloLens und Xbox bis zu ERP-Anwendungen und Firmennetzen für das Internet der Dinge. Die Cloud ist dabei nicht nur der Träger, über den die Lösungen zum Anwender gebracht werden. Sie ist inzwischen selbst das Ökosystem, auf dem Microsoft und seine Partner erfolgreich Geschäfte machen.

Doch das ist noch längst nicht alles: Die Inspire wird auch zeigen, dass künstliche Intelligenz zum wichtigsten Garant für zukünftiges Wachstum geworden ist. Denn wo Menschen weltweit Arbeit und Ideen teilen, wo Maschinen Billionen von Daten produzieren, Lieferketten immer engmaschiger werden und Geschäftsprozesse immer schneller werden, da wächst der Bedarf an Analyse, Automation und Agilität. Das ist nur mit KI-Lösungen zu erreichen, die für jedermann aus der Cloud bereitgestellt werden. Die „Demokratisierung von künstlicher Intelligenz“ nennt das Satya Nadella.

Deshalb wird sich auf der Inspire zeigen, dass Azure die Plattform für künftige KI-Angebote ist. Deshalb will und muss Microsoft hier weiterhin schneller wachsen als der Markt und die Konkurrenz. Das sind wahrhaft inspirierende Aussichten!

 

The Platform Company

Back in the eighties, when IBM announced to step out of the type writer business, many analysts feared that Big Blue would vanish from its customer´s mind set. But the desktop wasn´t IBM´s platform for big business. Mainframes at the customer´s strictly prohibited security section shouldering the heavy weight business applications were the real sweet spot. But indeed: today IBM is painfully clawing back into customer´s memories

Microsoft has spread all over the desktops instead: with Windows and Office. But today cloud offerings around Office 365, Dynamics and especially Azure are the platforms for the real big business. Microsoft´s cloud infrastructure claims already one quarter of the worldwide market and is growing faster than even market leader Amazon with its Web Services. But other than IBM Microsoft doesn´t refrain from the desktop, but moves everything – Windows Office, Dynamics – into the cloud. Though Microsoft is heading to the cloud, it will still be visible for everyone.

Visibility makes the difference between success and flop. Microsoft´s CEO Satya Nadella has to keep this in mind, while transforming the company further and further into a platform provider, which is selling all services through the cloud. We will watch him doing so at the worldwide signature event for the whole Microsoft ecosystem beginning this Sunday. Microsoft´s Inspire at the Las Vegas venue is a „must“ for partners and customers alike. They want to identify the new route of march for Microsoft at the very beginning of the new fiscal year.

Although the direction is already obvious: Microsoft is pouring billions of dollars into its cloud infrastructure to strengthen its foothold in the market. This is the platform where Azure can offer services for nearly every circumstance of life – starting with voice recognition in your smartphone and productivity tools for almost every device to HoloLens und Xbox up to ERP solutions and company networks for the industrial internet of things. The cloud is not only the platform, where customers get access to their solutions. The cloud has become the ecosystem itself, where Microsoft and partners do business.

But there is even more: The Inspire will show, that artificial intelligence has become the main cause for future growth. When people share their work and ideas, machines produce trillions of data, supply chains become closely meshed and business processes get faster and faster, there will be the need for analysis, automation and agility. This can only achieved by AI-solutions, which are deployed for everyone through the cloud. That is, what Satya Nadella calls „democratising artificial intelligence“.

Thus the Inspire event will prove, that Azure is the right platform for future AI-solutions. Thus Microsoft has to grow faster than the market and the competition. This is a truly inspiring prospect.

 

Das Stück vom größeren Kuchen

Die Identität von Firmennamen und Produktnamen ist ein bewährtes Mittel, um ein Angebot im Mindset der Kunden zu verankern. Man fährt einen Daimler und entscheidet sich erst in zweiter Linie für die Klasse. Microsoft hat diesen Versuch nie unternommen. Der Firmenname tritt hinter dem Flaggschiff-Produkt zurück. Microsoft ist in seinen Anfängen die „Gates-Company“ und seit den späten achtziger Jahren die „Windows-Company“. Diese Beinamen haben die Redmonder nie mehr verloren. Niemand käme auf die Idee, das Unternehmen die „Nadella-Company“ zu nennen oder die „Azure-Company“, obwohl genau diese beiden Bezeichnungen heute zutreffender wären als alles andere.

Dabei hat der CEO Satya Nadella in den wenigen Jahren, in denen er bislang das Ruder in Händen hält, der Company eine so vollständige Metamorphose verordnet, dass eigentlich nur noch das Firmenlogo an alte Windows-Zeiten erinnert. Das Unternehmen ist agiler als je zuvor, technologisch auf höchstem Niveau – und in allen wichtigen Wachstumsfeldern der Informationstechnologie gehört Microsoft mit zu den Marktführern. Der Aktienkurs ist längst zu den Höchstwerten aus jener Zeit zurückgekehrt, als Microsoft im PC-Markt ein Quasi-Monopolist war. Die Company ruht auf den Fundamenten von Bill Gates und Steve Ballmer, aber die Architektur des Hauses zeigt die Handschrift des dritten CEOs in der Unternehmensgeschichte.

Denn inzwischen zentriert Microsoft seine Kräfte, an denen allein 64.000 Partner für das Cloud-Angebot rund um die Azure Plattform Anteil haben, auf die entscheidende Infrastruktur der Zukunft: Intelligent Cloud und Intelligent Edge. Unter dieser Strategie, die CEO Satya Nadella im Sommer 2017 verkündet hat, werden nicht nur die Cloud-Aktivitäten für Azure, Office und Dynamics zusammengefasst, sondern – wichtiger noch – auch die Aktivitäten rund um Lösungen der künstlichen Intelligenz. Die jüngsten Reorganisationen zeigen, dass Microsoft mit allen verfügbaren Mitteln auf diesen Multi-Billionen-Markt zielt.

Damit verfolgt Satya Nadella einen weiteren wichtigen Marketing-Grundsatz: Achte nicht nur darauf, dass dein Stück vom Kuchen möglichst groß ist, sondern sorge auch dafür, dass der Kuchen selbst immer größer wird. In der Tat ergattert Microsoft nicht nur einen ordentlichen Anteil am Cloud-Geschäft, am mobile Business, am Gaming-Markt, an Unternehmenslösungen und Industrie 4.0, bei Produktivitätstools und in den sozialen Medien. Es sind auch zugleich die Märkte mit den höchsten Wachstumsraten. Und die Prognosen für das Geschäft mit künstlicher Intelligenz stoßen durch die Decke: Gartner schätzt, dass allein im laufenden Jahr 1,2 Billionen Dollar in künstliche Intelligenz investiert werden. Und auch in den Ländern wächst Microsoft mit dem Markt und im Markt. Denn durch die Cloud entsteht nicht nur mehr Reichweite , die auch die entlegensten Regionen dieser Erde berührt, sondern auch in gesättigten Märkten generiert Microsoft zusätzlichen Umsatz durch seine breite Produktpalette. Deutschland beispielsweise ist einer der am schnellsten wachsenden Cloud-Standorte. Und die Debatte um den digitalen Wirtschaftsstandort Deutschland wird den Kuchen weiter vergrößern.

Mag sein, dass das auch daran liegt, dass der Nutzen der Cloud-Lösungen, der Digitalisierung und von künstlicher Intelligenz für Partner und Kollegen nirgendwo so transparent rübergebracht wird, wie in meinem gegenwärtigen Lieblingsblog im Internet. „Olivers Reisen“ (Link) zeigt Woche für Woche, wo im Cloud-basierten Business die Musik spielt. Oliver Gürtler verantwortet die Positionierung und den Vertrieb aller Dienste der Cloud- und Data-Plattform Microsoft Azure sowie der Server- und Entwicklertools, wie SQL Server, Windows Server und Visual Studio, im deutschen Markt. Mit dem Blog schafft er es, diesen schwierigen Auftrag bei den Lesern  in Akzeptanz und Sympathie umzusetzen. Ich jedenfalls fühle mich durch diesen Blog „inspired“ und „refreshed“ und freue mich auf die Inspire im Juli in Las Vegas. Mal sehen, wie groß der Kuchen dann geworden ist.