Manchmal kommen einem zwischen all dem Digitalen hier auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas doch recht analoge Gedanken. Zum Beispiel die Frage, wie viele Essensreste sich wohl in diesem fluffigen, tiefen Teppichboden im Convention Center versteckt haben mögen. Möchte man eigentlich gar nicht wissen – aber dieser Teppich dürfte auch im Jahr 2017 noch eine mächtige Herausforderung für die zahllosen Staubsaugerroboter sein, die hier in abgesperrten Zonen ihren Kampf gegen Essensreste und (vielleicht auch das) Nanopartikel aufnehmen. Aber einen Versuch wär´s schon wert…
Auch sonst haben die vernetzten Gadgets auf der CES mit der verflixten analogen Welt zu kämpfen. Eine Haarbürste, die Haarbruch identifizieren soll, operiert da Hand in Hand mit einem Helm, der den Haarwuchs stimulieren soll. Eine Zahnbürste, die sich merkt, welche Mundregionen nur sporadisch geputzt wurden und darüber (also bitte!) wöchentlich eine Statistik vorlegt. Wofür eine vibrierende Jeans gut sein soll, habe ich auch nach längerem Nachdenken nicht verstanden. Und die Kamera im Kühlschrank hat auch auf der letzten CES schon nicht so richtig gezündet. Neben diesem Spielzeug für die Großen, nehmen die vernetzten Spielsachen für die Kleinen immer mehr Überhand: Schon acht Millionen mit dem Internet verbundene Toys gibt es weltweit, glaubt Gartner. Drei Milliarden Dollar haben Spieleriesen wie Mattel und Hasbro damit schon eingenommen.
Was bei Harry Potter noch als total verhext galt, funktioniert auf der CES total vernetzt. Der ganz große Trend ist hier aber nicht zu erkennen – alles scheint möglich, nichts ist unmöglich genug. Man sieht den digitalen Wald vor lauter Endgeräten nicht mehr. Vernetzung war auch schon gestern. Künstliche Intelligenz ist im Konsumerbereich erst morgen. Heute dagegen ist Elektromobilität und autonomes Fahren – zumindest im Versuchsstadium. Und auch da herrscht Ringen mit dem Analogen: Der Newcomer Faraday Future präsentierte nach seinem Erstauftritt 2016 in diesem Jahr nicht ein weiteres wahnwitziges Batmobil, das keine Aussicht auf Serienreife hat, sondern ein „Produktionsauto“, das mit mehr als 1000 PS in 2,3 Sekunden von Null auf 100 beschleunigt. – Wenn es denn jemals gebaut wird. Der Bau der Produktionshalle von Faraday Future draußen in der Wüste Nevadas scheint derzeit zu ruhen.
Dennoch war Faradays Konferenzbeitrag, der noch vor der eigentlichen CES-Eröffnung über die Bühne ging, von lautem, wenn nicht gar vorlautem Optimismus geprägt. „Extreme Technologie“ sei in dem FF91 eingebaut, tönte es gerade so. als seien die Daimlers, BMWs und VWs blutige Anfänger im Automobilbau. Deren Präsentationen weisen nicht nur den Weg über Fahrerassistenten zum autonomen Fahren – sie zeigen auch höchst spannende Konzepte zur Sprachsteuerung, die nicht nur im Fahrzeug, sondern auch in der gesamten Arbeitsumgebung Revolutionäres verspricht. Am Ende fischen nicht nur Fremde im Autoteich, auch die Autobauer brechen zu neuen Branchen auf.
Ausgerechnet Sprache – das analogste, was der Mensch so zu bieten hat – wird hier auf der CES zum zentralen Steuerelement: Türe öffnen, Kaffee kochen, Autos steuern, Robotern Befehle geben. Überall bemühen sich die digitalen Kisten darum, den Menschen zu verstehen und im wahrsten Sinne des Wortes aufs Wort zu gehorchen. Genutzt werden dabei die Technologien von Amazon (Echo), Google (Assistant), Apple (Siri) und Microsoft (Cortana), mit denen Knöpfe und Touch-Displays auf Dauer abgelöst werden sollen. Doch der Weg zum gesichtslosen Computing ist noch weit. Die Fehlerrate bei der Erkennung vom gesprochenen, analogen Wort liegt noch bei 37 Prozent. Allerdings haben sich in den vergangenen 30 Monaten mehr Entwicklungen aufgetan als in den 30 Jahren davor, urteilt die Consumer Technology Association.
Noch sind der Sprachschatz und die Spracherkennung zu ungenau, um Robotern und Computern komplexe Aufgaben zu stellen. Aber für klar umrissene Aufgabengebiete eignet sich die Stimme schon jetzt hervorragend. Pick-by-Voice ist eine in der Logistik längst geübte Methode, um Waren aus dem Lagerregal zu entnehmen. Allerdings gibt hier der Computer die Befehle, während der Mensch sie ausführt. In Zukunft, das zeigt die CES auf praktisch jedem Messestand, soll das andersherum laufen.
Mit ihrem breiten Themenmix ist die CES, die praktisch keinem auch nur irgendwie mit dem Internet verknüpften Gerät den Zutritt verweigert, im 50. Jahr ihres Bestehens jünger denn je. Dass die Show keine Publikumsmesse ist, ist eigentlich schade – aber 170.000 Besucher sind für eine Fachmesse auch durchaus stattlich. Mehr Menschen müssten sich mühsam durch die Gänge schieben – ganz ohne Navi, dafür aber mit autonomer Steuerung; analog versteht sich.
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Die Digitalisierung des Lifestyles
So, die Koffer sind gepackt und los geht’s nach Las Vegas. In der nevadischen Wüste steigt ab dem 5. Januar die 50. Consumer Electronics Show, auf noch mehr Fläche, mit noch mehr Ausstellern und noch mehr Besuchern. Aus praktisch allen Technologiebereichen – von A wie Autos bis Z wie Zubehör – werden Produkte vorgestellt, die auch nur irgendwie durch Elektronik smarter gemacht werden können. Die Digitalisierung des Lebens – hier feiert sie ihr Hochamt.
Gut, dass das Riviera Hotel und Casino abgerissen wurde – so entstanden noch zusätzliche Freiflächen für Außendemos, denn Drohnen und autonome Fahrzeuge sind längst nicht nur als Designstudien vorhanden, sondern werden im praktischen Betrieb vorgeführt. Hyundai plant sogar, die Messebesucher in Selbstfahrern den Strip rauf und runter zu kutschieren. Die ersten Drohnen, die groß und sicher genug sind, dass sie Menschen transportieren können, sind ebenfalls zu sehen.
Dabei muss man in diesem Jahr die Anreise schon früher planen, denn während die CES zwar offiziell erst am 5. ihre Tore öffnet, gibt es zahllos Pre-CES Events, auf denen die Anbieter ihr Tischfeuerwerk an Produktankündigungen schon vor den eigentlichen Messetagen abfeuern wollen. Zu den eifrigsten Vorankündigern gehört Samsung. Das Unternehmen, das zuletzt mit brennenden Smartphones auf sich aufmerksam gemacht hat, ist in allen Technologiebereichen mit Produktneuvorstellungen dabei. Von TV über Audio bis zu Smartphones kommt Samsung praktisch jeden Tag mit Bahnbrechendem auf die Bühne.
Interessant ist, dass inzwischen nicht nur die Geräte auf der CES ihren Auftritt haben. Sondern auch die Inhalte, die dem Ganzen überhaupt erst ihren Sinn beisteuern, werden in Las Vegas präsentiert. Das gilt insbesondere für Systeme zur Darstellung virtueller Realitäten, die als Augmented Reality längst Einzug ins Berufsleben von Entwicklern, Planern und Analysten gefunden haben. Doch um vor allem im Konsumermarkt voranzukommen, müssen die Anbieter mit Content rüberkommen. Das sind in erster Linie natürlich neue Spiele-Varianten, deren Komplexität und Spielwelt nur noch mit aufgesetzter VR-Brille zu erfassen sind. Aber auch Hollywood hat seinen Ausstoß an 3D-Videos in virtueller Realität auf dem Schirm. Und mehr noch: Die Anbieter von Freizeitvergnügen sehen in VR-Welten eine natürliche Erweiterung ihres Erlebnisangebots. Demnach können Besucher eines Freizeitparks auch schon im Vorfeld ihres Besuchs die Fahrt in der Achterbahn erleben. Und auch auf Kreuzfahrten, auf denen es ja weniger aufregend zugeht als in einem Fahrgeschäft, peppen die Reedereien ihre Angebote durch virtuelle Realitäten auf. Da kann der Landgang schon mal hinter der VR-Brille vorweggenommen werden.
Die 50. CES wird ihrem Image als Spaßmesse mehr und mehr gerecht. Die Messestände gewähren einen Eindruck von einem Leben, in dem uns Roboter in der digitalisierten Produktion längst die Arbeit abgenommen haben und wir auf die Hilfe von anderen Robotern und Computern angewiesen sind, um uns in unserer Freizeit vor Langeweile zu bewahren.
Doch es gibt auch die seriöse CES, die sich zwar mit der Leichtigkeit eines Spielerparadieses neuen Themen zuwendet, aber dabei einen ernsthaften Beitrag zum digitalen Leben leisten will: vor allem rund um die Themen im Gesundheitswesen zeigt die CES nun Flagge. Das beginnt selbstverständlich bei den Smartwatches, die uns dabei helfen, das tägliche Fitnesstraining zu absolvieren. Wearables, also wie Kleidung zu tragende intelligente Geräte, gibt es inzwischen schon für die Überwachung von nahezu jeder Körperfunktion – von der Blutdruckmessung, über die Ermittlung des Insulinbedarfs bis zur Überwachung von lebenserhaltenden Apparaten greift die CES ins medizinische Fach.
Es sind diese stärker auf den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen ausgelegten Entwicklungen der Digitalisierung, die die Domäne der CeBIT waren (und sind) und die jetzt allmählich auch in Las Vegas zu bestaunen sind. Diese Zweiteilung in Lifestyle (CES) und Informationswirtschaft (CeBIT) hat sich lange bewährt. Nun wird sie verwischt – wie alles, was vom digitalen Wandel berührt wird. Ein wenig mehr Infotainment würde der CeBIT in Hannover freilich auch gut tun.
Triple A für Sicherheit
CDU und SPD beschäftigen nach Recherchen der Wochenzeitung „Die Zeit“ jeweils lediglich drei Mitarbeiter, um die parteiinternen IT-Systeme, die naturgemäß hochgradig dezentral strukturiert sind, vor Cyber-Attacken zu schützen. Beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik wurde die Zahl der Mitarbeiter immerhin auf 600 aufgestockt. Doch was ist das schon angesichts von 3700 Fällen, die „in die tägliche Lagebesprechung eingebracht“ wurden.
Ganz anders hört sich die Planzahl von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen an, die neben Marine, Luftwaffe und Heer nun eine vierte Säule „Cyber“ aufstellt, in der 13500 Soldaten Deutschland vor Angriffen aus dem Web-All schützen sollen. Wie schwer es übrigens ist, Fachkräfte im Kampf gegen Cyber-Crime und Cyber-War zu bekommen, beweist die Tatsache, dass die Bundeswehr auf ihre traditionellen Einstellungskriterien verzichtet: Gegen Hacker dürfen auch übergewichtige Couch-Potatoes antreten…
Zehntausende Verteidiger, die von ein paar Dutzend Angreifern in Atem gehalten werden: das klingt nach asynchroner Kriegsführung, nach Guerilla-Taktik und – ein naheliegendes Wort in diesen Tagen – Terror! Dabei entwickelt sich diese kriegerische Auseinandersetzung zwischen Hackern und Hütern zu einem Hochgeschwindigkeits-Gefecht, das ohnehin kaum noch von Menschenhand geführt werden kann. Es geht immer nur um größtmögliche Reaktionsschnelle, mit der das Zeitfenster zwischen Entdeckung eines Sicherheitslochs und Schließung der Lücke so klein wie möglich gehalten werden soll. Deshalb werden immer mehr computerisierte Abwehrmethoden entwickelt, die die Angriffe nicht nur verteidigen sollen, sondern bereits vorhersagen und vorzeitig Maßnahmen ergreifen werden. Schon 2017 wird „Triple A Security“ zu einem der ganz großen Dinger auf der Agenda der IT-Verantwortlichen. Die drei As stehen dabei für Automation, Analytics und Artificial Intelligence.
Bereits heutige Virenscanner erledigen die Abwehr bekannter Viren weitgehend selbständig. Es bedarf jedoch zumeist immer noch des menschlichen Eingriffs, wenn es darum geht, neue Sicherheitsupdates auch tatsächlich zu aktivieren. Bei dem Angriff auf die rund 900.000 WLan-Router der Deutschen Telekom war zu erkennen, dass zu viel Zeit vergeht, bis erstens die neue Software verfügbar war und zweitens auch von den Privatkunden genutzt wurde. Automatisierung soll dieses Zeitfenster nun so klein halten wie möglich, um Hackern nur eine kurze Zeitspanne zu überlassen, in der sie die neuen Lücken nutzen können.
Aber besser noch ist gar keine Zeitspanne zwischen Entdeckung und Bereinigung. Dazu werden mehr und mehr Analysewerkzeuge angeboten, die den Verkehr im Netzwerk und zwischen Endgeräten beobachten und auf Anomalien hin untersuchen. So kann frühzeitig festgestellt werden, dass Abweichungen im Netzverkehr auf das Wirken von Schadsoftware und den Eingriff von außen hindeuten. Gegenmaßnahmen werden also noch schneller ergriffen.
Mit Hilfe lernender Systeme ist es im nächsten Schritt möglich, nicht nur das Verhalten des Netzwerkes, sondern das individuelle Verhalten von Anwendern zu beobachten. Weicht das von der normalen Nutzung ab, schlägt das System Alarm. Lernende Systeme sind dabei in der Lage festzustellen, was ein User üblicherweise tut, und lernen mit jedem Klick dazu. Gleichzeitig sind sie in der Lage, auf der Basis von Nachrichten über neue Angriffe Muster für den eigenen Schutz zu erkennen.
IBMs Watson beispielsweise ist inzwischen auch in der Cyberabwehr aktiv. Das System beobachtet den Verkehr im Netz auf der Suche nach Schadsoftware, „abonniert“ NewsFeeds zu aktuellen Angriffen und entwickelt auf dieser Basis Abwehrstrategien. Dazu gehört auch die automatische Fortschreibung von „weißen Listen“, also die Festlegung, welcher Anwender auf welche Daten und Systemfeatures zugreifen darf.
Mehr Schutz bedeutet freilich immer auch mehr Verlust an Freiheit. Wenn Watson oder andere KI-Systeme das Anwenderverhalten beobachten, könnte man auch sicherstellen, dass nicht im Büro privat gesurft wird, dass keine auffällig großen Dateien versendet werden oder der Zugriff auf nicht freigegebene Anwendungen ersucht wird. Triple A Security bedeutet eben auch Triple A Kontrolle: Ausspähen, Aussperren und Ausmustern.
Such, Maschine, such!
Ein hinreichendes Niveau an Bildung hatten lange Zeit ja bekanntlich jene erreicht, die wussten, wo was steht. In unserer postmodernen, postfaktischen Zeit ist es hingegen vollkommen ausreichend, wenn Google weiß, wo was steht. Der jeweilige Bildungsstand ist folglich nicht mehr unbedingt human, sondern höchstens humanoid, wenn nicht sogar nur noch hybrid.
Bei der Integration von Unternehmensanwendungen scheint sich diese Tendenz auch durchzusetzen: zu Beginn der ERP-Ära gab es für Alles und Jedes dedizierte Anwendungen mit eigener Datenhaltung, die schließlich von allumfassenden Komplettsystemen abgelöst wurden, deren Versprechen die alles zusammenfassende Datenbasis war. Jetzt gehen mehr und mehr Unternehmen hin und kaufen Services aus der Cloud hinzu – und gefährden die eigene homogene Datenstruktur.
Die postmoderne – aber noch lange nicht postfaktische – Unternehmenslösung, die Services für Spezialanforderungen aus dem Web heraus ergänzt, verspricht mehr Agilität. Denn die monolithischen Strukturen der Großanwendungen lassen sich auch mit modernsten Entwicklertools nur noch sehr langsam und nach aufwendigen Integrationstests erweitern. Das hemmt so manche Innovation. Der Griff zu Cloud-Services liegt da nahe – vor allem dann, wenn die zusätzlichen Funktionen nur eine taktische und keine strategische Bedeutung haben, selten genutzt werden oder aber eine permanente Pflege durch Dritte erfordern – die komplexen Anforderungen bei der Zollabwicklung gehörten dazu oder neuerdings Big Data-Anwendungen für vorausschauende Analysen.
Doch das Mehr an Agilität wird möglicherweise durch ein Weniger an Datenkonsistenz erkauft. Am Ende könnten Abteilungen in Unternehmen zu unterschiedlichen Erkenntnissen und Aktionen kommen, weil sie nicht mehr auf eine identische, konsistente Datenbasis zurückgreifen. Dann ist die Frage, wo was steht, plötzlich doch wieder von zukunftsentscheidender Bedeutung.
Nach Ansicht der ERP-Analysten von IDC gehört die Wahrung der Datenintegrität in einer hybriden Umgebung zu den nächsten ganz großen Herausforderungen. Das Internet der Dinge mit seinen Milliarden Maschinendaten wird dieses Phänomen weiter verstärken. Denn die heutigen monolithischen ERP-Systeme können schlechterdings gar nicht schnell genug buchen, um diese Datenschwemme aufzunehmen. Viele ERP-Anbieter flüchten sich deshalb in Vorschaltsysteme – Digital Hubs oder Manufacturing Execution Systems -, mit denen die Datenflut abgefangen und erst als aggregierte Erkenntnisse weitergeleitet werden.
Was bisher nur für die Übernahme und Zusammenfassung von Maschinendaten gedacht ist, könnte aber zu einem zentralen Baustein postmoderner ERP-Systeme avancieren: Datensammler, die aus den Daten der hybriden Lösungen wieder homogene Informationsbasen schaffen. Sie könnten einer der ersten Bausteine eines zukünftigen ERP-Systems sein, das IDC ein wenig hochtrabend „Intelligent ERP“ nennt – womit aber eben nicht intelligente Systeme gemeint sind, sondern solche, die wissen wo im Web und on Premises was steht.
Weitere Bausteine sind schon längst da. Predictive Analytics, mit denen aus den bestehenden Daten Aussagen über die zukünftige Entwicklung generiert werden können, gehören ebenfalls in das postmoderne ERP-Bestiarium. Und – wenn auch erst am Horizont zu erkennen – schließlich wird das Enterprise Resource Planning zum selbstlernenden System, das seine eigenen Algorithmen auf der Basis der gemachten Erfahrungen anzupassen in der Lage ist. Machine Learning ist bereits jetzt das ganz große Ding, wenn es darum geht, Roboter noch hilfreicher agieren zu lassen. Klassische Systeme entwickeln sich nicht mehr weiter, nachdem der letzte Programmierer das Interesse an ihnen verloren hat. Lernende Systeme aber erkennen Veränderungen und passen sich ihnen an.
Ist es nicht genau das, wovon ERP-Anwender seit über drei Jahrzehnten träumen? Das Marktumfeld verändert sich – das ERP-System auch. Nach diesem Geschäftsmodell erhalten sich Tausende von Softwarehäusern am Leben, die ihren Kunden die Anpassungen als teure Dienstleistung verkaufen. Sollte das etwa auch ein Geschäftsmodell sein, das vom Aussterben bedroht ist? Wo steht das denn?